GIRL, SHOW ME THAT BODY (OF WORK)
“Girl, Show Me That Body (of Work)“ ist eine literarische Performance-Reihe, die Werke von FLINTA*-Schriftsteller*innen mit Migrations- und Exilerfahrungen in Berlin präsentiert.
Die Reihe reagiert 2026 auf die globale Zunahme von Autoritarismus und Zensur, die besonders BIPOC- und LGBTQIA+-Themen angreift. Literatur soll frei von politischem Einfluss bleiben. Die Ausgabe 2025 präsentierte Stimmen aus Europa, darunter der Ukraine, außerdem aus Israel und Palästina. 2026 liegt der Fokus auf Berliner Autor*innen aus Regionen, in denen feministische Literatur bedroht oder verboten ist – darunter Brasilien, Ecuador, Iran, Russland, Türkei und USA. Die Reihe sieht Schriftsteller*innen als Vertreter*innen von Menschenrechten, die von Institutionen oft nicht geschützt werden. Sie fragt: Wo beginnt Gerechtigkeit, wenn Menschen ihre Stimme verweigert wird? Auf der Bühne sprechen jene, die von Regimen, der Justiz, und anderen Institutionen sowie innerhalb des jeweiligen Kulturkreises unterdrückt werden
Veranstaltungen 2026

GIRL, SHOW ME THAT BODY (OF WORK):
FLINTA* LITERATURE NIGHT #5
Datum: 24. April 2026, 20:00 Uhr
Ort: Lettrétage, Veteranenstr. 21, 10119 Berlin
Eintritt: frei
Sprache der Veranstaltung: Englisch
Teilnehmende: Katarina Gotic, Melody Makeda Ledwon, Giuliana Kiersz, Ioana Cristina Casapu
Moderation: Fionnuala Kavanagh
Fokus und Themen: Verlust und seine Folgen, untersucht anhand afro-deutscher Erinnerung und Übersetzung, das ökologische und emotionale Erbe von Krieg und Vernichtung, die Verarbeitung der Folgen sexueller Gewalt, Remigration und diasporische Zugehörigkeit.
Entdecken Sie unsere Gastautor*innen

Katarina Gotic Damiani (Bosnien) ist eine Dichterin, die an der Schnittstelle von experimentellem Schreiben, Übersetzung, Performance und visueller Kunst arbeitet. Sie ist Autorin von drei Gedichtbänden – we need a breathing tongue between (kith books, 2024), where am i in the world? (2025) und leerlauf (parasitenpresse, 2026). In einer Reihe sprachbasierter Arbeiten untersucht sie Translingualität, Fragmentierung sowie den Verlust von Muttersprache(n). Sie ist Doktorandin im Bereich Artistic Research an der Universität für angewandte Kunst Wien und lebt in Berlin.

Melody Makeda Ledwon übersetzt in/aus Deutsch, Englisch und African American Language. Als Redakteurin und Lektorin für Belletristik bringt sie ihre Perspektive und Expertise auch beim SAND Journal ein. Sie (ko-)übersetzte unter anderem Vierhundert Seelen: Die Geschichte des Afrikanischen Amerika 1619–2019 (btb, 2024), Angela Y. Davis: Eine Autobiographie (Aki, 2023) und HALLO, UND TSCHÜSS, KOKO, COME IN (Theater der Welt, 2023).

Giuliana Kiersz (1991, Buenos Aires) ist eine in Berlin lebende Dichterin, Dramatikerin, Librettistin und Künstlerin. Ihre Arbeit wurde mit mehreren nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem ersten Platz in Todos los tiempos el tiempo 2024. Ihre Arbeit wurde von Institutionen wie der Akademie Schloss Solitude, dem Maxim Gorki Theater und dem Royal Court Theatre in London unterstützt. Ihr Buch Luces blancas intermitentes (Rara Avis, 2018) wurde mit einem Maison Antoine Vitez Preis ausgezeichnet und ist in Frankreich bei Editions Espaces 34 (2022) erschienen. Zuletzt wurde der Gedicht-Essay Your Language Is Lying to You von Duke University Press veröffentlicht.

Ioana Cristina Casapu (Rumänien) ist Schriftstellerin und Künstlerin. Ihr Werk, das Romane, Kurzprosa, Lyrik und intersektionale konzeptionelle Interventionen auf Englisch, Deutsch und Rumänisch umfasst, erforscht die sexuelle Politik der Migration, des sozialen Bruchs und der Einsamkeit. 2024 gründete sie FLINTA* Literatur, Berlins Plattform für immigrierter und exilierter Autor*innen.

GIRL, SHOW ME THAT BODY (OF WORK):
FLINTA* LITERATURE NIGHT #6
Datum: 15. Mai 2026, 20:00 Uhr
Ort: Lettrétage, Veteranenstr. 21, 10119 Berlin
Eintritt: frei
Sprache der Veranstaltung: Englisch, Deutsch, Spanisch
Teilnehmende: Marie Álvarez, Camila Rhodi, Xueh Magrini Troll, Elsye Suquilanda
Moderation: Rocío Rodriguez
Fokus und Themen: Regeneration. Südamerika hat eine lange Geschichte der Zensur, die bis heute andauert. Viele Werke wurden aufgrund sexueller Inhalte oder politischer Botschaften, darunter die angebliche Förderung „unamerikanischer“ Ideen, aus Schulen und Bibliotheken entfernt. Diese Sonderausgabe konzentriert sich auf südamerikanische posthumanistische und transfeministische Literatur als Zufluchtsort und spirituelle Praxis, wobei Gemeinschaft, Rituale und Zärtlichkeit im Mittelpunkt der Heilung und Befreiung des verwundeten weiblichen Körpers stehen.
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Marie Álvarez (Argentinien) ist lesbische Dichterin, Dramatikerin, Theaterregisseurin und Aktivistin. Dabei beschäftigt sie sich aus einer intersektionalen transfeministischen Perspektive mit Sprache, Trauma, Popkultur, Klimagerechtigkeit und psychischer Gesundheit. 2022 wurde sie für das Berliner International Forum junger Kreativer (Theatertreffen), gefördert vom Goethe-Institut, ausgewählt.

Camila Rhodi (Brasilien) ist eine queere, feministische Autorin und Künstlerin, die mit Performance (live und Video), Theater, partizipativen Vorträgen und Audiowalks arbeitet. Sie studierte Schauspiel in Rio de Janeiro und hat einen MFA von der Akademie der bildenden Künste Wien. Camilas Arbeit basiert auf ihren Erfahrungen als lateinamerikanische Migrantin und beschäftigt sich mit Sexualität, Liebe und Verlust. Ihre Performances schaffen direkte Begegnungen mit dem Publikum und hinterfragen Rollen, Autorenschaft und Beziehungsgrenzen.

Elsye Suquilanda (Ecuador) ist Autorin, posthumanistische Dichterin, Filmemacherin und Performancekünstlerin. Sie ist Mitbegründerin der Hundesophie Chichoismo. Ihre Arbeiten erforschen Fragen der Menschen- und Tierrechte sowie den Puls des Planeten. Zwischen Ritual, Ironie und Ungehorsam bewegend, ist ihr Werk ein rebellischer Akt, in dem die Sprache bellt, der Körper fließt und Humor Risse in der Realität offenbart. Ihre Aktionen und Texte entfalten sich in Büchern, Poesiefilmen, Liedern, Performances und wissenschaftlichen Studien. Zu ihren Veröffentlichungen gehören Pelvis Artificial Blue, Lensi Lusikka Suussa, 030-Berlin, Agua de Mono Eau de Toilette Spree, Cenicienta de Späti, Ich schicke Dir meine Mandel in einer Brieftaube, Julieta la perrita que se cree humana und Nalgas. Sie arbeitet mit Musikern, bildenden Künstlern, Illustratoren, Schriftstellern und aktivistischen Projekten zusammen und schafft hybride Werke, die Genres und kulturelle Hierarchien hinterfragen, um durch Kunst alternative Existenzformen zu entwerfen.

Xueh Magrini Troll (Kolumbien) hat Bildende Kunst an der Universidad Nacional de Colombia in Bogotá, Illustration an der Escuela de Arte Diez in Madrid sowie Visuelle Kommunikation an der Kunsthochschule Berlin Weißensee studiert. Sie illustriert regelmäßig für taz., Junge Welt und Missy Magazine. Für diese Reihe wird sie live Zeichnungen zur Lesung von Elsye Suquilanda anfertigen.

GIRL, SHOW ME THAT BODY (OF WORK):
FLINTA* LITERATURE NIGHT #7
Datum: 18. September 2026, 20:00 Uhr
Ort: Lettrétage, Veteranenstr. 21, 10119 Berlin
Eintritt: frei
Sprache der Veranstaltung: Englisch, Deutsch
Teilnehmende: Laura Rosell, Masha Sapizhak, Asta Tall, Vanessa Gunesch
Moderation: Cemre Nur Öztürk
Fokus und Themen: Transformation. Der Prozess der Selbstbehauptung, Selbstdefinition, Dekonstruktion und Rekonstruktion des Raums, den man bewohnt, sei es der Körper oder eine geopolitische Einheit.
Entdecken Sie unsere Gastautor*innen

Laura Rosell (Pennsylvania, USA) schreibt seit 2018 über Beziehungen und Emotionen und betrachtet diese als grundlegende Themen der öffentlichen Gesundheit. Sie veröffentlicht für ein breites Publikum, um aufzuklären, zu stärken und Heilung zu fördern. Ihre Arbeiten erschienen unter anderem in Thought Catalog, Figs & Feta, YourTango sowie in zahlreichen Publikationen auf Medium.

Masha Sapizhak (Russland) ist eine Theatermacherin, Literatur- und Kunstschaffende im Exil, die über 30 Produktionen in verschiedenen Regionen Russlands, Georgiens, Deutschlands, Finnlands, Norwegens, Serbiens und Großbritanniens realisiert hat. Ihre Show „Wir holen uns die Nacht zurück“ Theater Strahl Berlin, wurde mit dem IKARUS-Preis 2024 ausgezeichnet.

Asta Tall ist eine senegalesisch-amerikanische Dichterin. Sie gehörte zum Moderator*innenteam von Read Wedding, einer monatlichen Open-Mic. Sie wurde in Florets und Arbors veröffentlicht. Asta hat ihre Gedichte auch im Rahmen der Tendermesh-Ausstellungsreihe vorgetragen.

Vanessa Gunesch ist eine rumänisch-deutsche Schrifstellerin und Regisseurin. Ihr Kurzfilm I Knew You Were My Kind, der auf dem Filmfest Dresden prämiert wurde und auf der Shortlist des Deutschen Kurzfilmpreises 2023 steht. Die Wände einer Frau ist ihr Roman über eine (post-)migrantische Mutter-Tochter-Beziehung.
